Infos zur Reise

Ornithologische Frühjahrsexkursion nach Estland

Jedes Frühjahr so gegen Ende April vollzieht sich im Baltikum ein immer gleiches Schauspiel: Große Gruppen von Kampfläufern versammeln sich auf den Wiesen vor der Küste und verwandeln diese in einen Turnierplatz. Die so unterschiedlich bunt gefärbten Männchen in Schwarz, Rotbraun oder Weiß bewerben sich bei den kleinen, recht unscheinbaren Weibchen. Zwischendurch wird Nahrung gesucht, denn der Weg in die skandinavischen Brutgebiete ist noch weit. So wie die Kampfläufer kehren jetzt immer mehr Vogelarten ins Baltikum zurück. Die Schell- und Schreiadler markieren ihre Reviere im Girlanden-Flug, Spechte trommeln und Birkhähne versammeln sich in den Regenmooren. Auf der Ostsee balzen Eisenten und Seetaucher ziehen entlang der Küste. Die hellen und windstillen Mondnächte sind gut geeignet, um Habichts- und Sperlingskauz zu entdecken.

Unsere Tour führt uns in den waldreichen Nordwesten Estlands bis nach Haapsalu mit seiner wuchtigen Bischofsburg, den riesigen Regenmooren und den vorgelagerten Inseln der Ostsee.

Einige Zielarten:

Eisente, Samtente, Trauerente, Haselhuhn, Birkhahn, Auerhahn, Sterntaucher, Prachttaucher, Ohrentaucher, Schelladler, Schreiadler, Kampfläufer, Regenbrachvogel, Goldregenpfeifer, Weissrückenspecht, Dreizehenspecht, Kiefernkreuzschnabel, sowie Elche und Ringelrobben.

 

Tag 1: Tallinn – Estlands Hauptstadt und Eulenexkursion

Wir fliegen morgens nach Tallinn, Estlands Hauptstadt. Am Flughafen treffen wir unsere estnische Reiseleitung und fahren im Kleinbus in den Westen des kleinen Landes, dort wo die Rastplätze der Kampfläufer liegen. Schon unterwegs halten wir an steinigen Feldern, denn überall sind Vogelschwärme aus Finken, Drosseln und Lerchen unterwegs. Gleichfalls nordische Gänse und Kraniche, die bald in ihre nordischen Brutgebiete weiterziehen. Über vegetationsreichen Flächen rütteln Raufußbussarde oder es zeigt sich ein Merlin auf der Jagd nach Kleinvögeln. Unsere Unterkunft liegt unweit der Ostsee, am Matsalu-Nationalpark. Ganz nah sind flache Meeresbuchten, auf denen tausende nordische Gänse und vor allem Zwergschwäne rasten. In den vorgelagerten Sümpfen zeigen sich balzende Bekassinen und Sumpfohreulen auf Nahrungsflügen. Den Abend nutzen wir zu einer Eulenexkursion, um Habichtskauz oder Sperlingskauz zu beobachten.

 

Tag 2: Matsalu-Nationalpark

Nur unweit unserer Unterkunft befinden sich die letzten Brutplätze des Alpenstrandläufers im Baltikum. Die Balz, die zeitweise in der Luft ausgetragen wird, ist ein eindrucksvolles Schauspiel. Auch Rotschenkel, Kiebitz und Sandregenpfeifer sind Brutvögel in dieser beeindruckenden Landschaft. Ganz in der Nähe der Unterkunft treffen wir Kampfläufer an, die auf Wiesen nach Nahrung suchen und immer wieder um die anwesenden Weibchen balzen. Später besuchen wir Haapsalu, einen ehemaligen Kurort russischer Zaren. Auf der gut einsehbaren Lagune rasten Zwergschwäne, viele Entenarten (Pfeif-, Spieß- und Löffelenten) und oft hunderte Zwergsäger. Ein kleiner See inmitten der Stadt beherbergt Ohrentaucher. Besonders für Fotografen ergeben sich fantastische Motive, da die Taucher nur wenig Scheu zeigen und sich auf geringer Distanz fotografieren lassen. Natürlich besichtigen wir auch die mächtige Bischofsburg der Stadt.

 

Tag 3: Maritimer Tag auf Hiiumaa

Heute besuchen wir Hiiumaa, die zweitgrößte Ostseeinsel Estlands. Während der Überfahrt, auf der nur langsam fahrenden Fähre, lassen sich nicht nur die zahlreichen Berg- und Eisenten gut beobachten, sondern auch Ringelrobben, die auf flachen Steinen oder den letzten Eisschollen liegen. Die Fähre ist zudem gut geeignet, ziehende Prachttaucher zu sehen, die mitunter sogar in Gruppen ziehen und dafür die Meerenge zwischen der Insel und dem Festland nutzen. Die Insel Hiiumaa (schwedisch Dagö) ist nur an den Küsten bewohnt. Im Inselinneren liegen ausgedehnte Wälder und Moore. Unser Ziel ist die Kaina-Bucht, die von besonders vielen Gänsen aufgesucht wird. Hier suchen wir nach Zwergschnepfen und erfreuen uns an der Balz der Uferschnepfen. Von einer mit Wacholdern bewachsenen Halbinsel aus haben wir gute Chancen Sterntaucher zu sehen, die entlang der stark gegliederten Küste nach Nahrung suchen.

 

Tag 4: Birkhahnbalz im Regenmoor

An diesem Morgen brechen wir sehr früh auf, um die Birkhahnbalz im größten begehbaren Regenmoor Estland zu erleben. Das Marimetsa-Moor ist im Zentrum baumlos und beherbergt eine ganz spezifische Fauna und Flora. So der Regenbrachvogel, der hier sein südlichstes Brutvorkommen in Europa hat. Gleichfalls Uferschnepfe und Rotschenkel. Eindrücklich ist der melancholische Gesang des Goldregenpfeifers. Sehr eng an Regenmoore binden sich Steinadler, Merlin und Raubwürger. Unter den Pflanzen finden wir viele Arten, die nährstoffarme Verhältnisse bevorzugen. So den Sonnentau, die Zwergbirke, die Rosmarinheide und die Moltebeere. Einen besonderen Reiz haben die dichten, dem Moor vorgelagerten Wälder, in denen Dreizehenspecht, Tannenhäher, Rotdrossel und Haselhuhn vorkommen.

 

Tag 5: Spechte und Adler am Kasari

Am Vormittag suchen wir den Weissrückenspecht, der totholzreiche Auwälder bevorzugt, jedoch in seinem großen Revier nicht immer leicht zu finden ist. Wir suchen ihn am Kasari, einem kleinen Fluss, der durch Wiesen und Wälder mäandriert. In den nahrungsreichen Gebieten kommen auch Schrei- und Schelladler vor. Wir wollen beide Arten sehen und ihre charakteristischen Merkmale erkennen. Auf dem Weg dorthin suchen wir Auerhähne, die sich gerne an Straßen und am Rande lichter Kiefernwälder aufhalten. Etwas schwieriger ist die Suche nach Haselhühnern. Am Nachmittag sind wir wieder am Kasari unterwegs, diesmal in Haeska, wo der Fluss die Ostsee erreicht, und ein kleines Delta bildet. Hier erwarten wir wieder Wasservögel (Zwergsäger, Spießente), die sich an der sehr flachen Küste zur Nahrungssuche und zur Rast aufhalten. Wir beobachten im Park von Haeska (Nordischer Kleiber, Rotdrossel) und an den mit riesigen Findlingen übersäten Wiesen (Steinschätzer, Großer Brachvogel). Den Abend verbringen wir wieder in den Wäldern, wo überall Waldschnepfen im langsamen Flug ihre Reviere abgrenzen.

 

Tag 6: Dünenkiefernwälder und Silma-Seen

Nur unweit der Ostsee liegt unsere neue Unterkunft – herrlich eingebettet in einem Wald uralter Kiefern. Die Heidelerche ist zu hören. In den Baumwipfeln lassen sich Erlenzeisig und Kiefernkreuzschnabel beobachten. In der Nähe liegt Lyckholm, das deutsch-baltische Gut der Familie von Rosen. Hier erfahren wir viel über die deutsche Geschichte des Baltikums. Umgeben ist das Herrenhaus vom Silma-Seengebiet mit guten Beobachtungsmöglichkeiten von Rothalstauchern, Trauerseeschwalben und Zwergmöwen. Alle drei Arten brüten zusammen in diesem Gebiet. Aus den Schilfwäldern ist die Rohrdommel zu hören. Wir wollen auch Bartmeisen, Birkenzeisige, Zwergsäger und die Raubseeschwalbe beobachten.

 

Tag 7: Kap der nordischen Taucher

Heute sind wir am Kap Pöösaspea unterwegs – dem besten Ort im Baltikum für die Beobachtung von Stern- und Prachttauchern. Oftmals in Trupps, umfliegen sie die nordwestlichste Spitze Estlands in Richtung Schweden oder Finnland. Unter den Meeresenten fallen vor allem die vielen Eisenten auf, die sich jetzt in großer Zahl vor der Küste einfinden und intensiv balzen. Daneben sind Eider-, Samt- und Trauerenten zu sehen. In den letzten Jahren gelang es uns immer wieder mal die hocharktische Scheckente zu entdecken, die bis in den April vor der estnischen Küste ihr südlichstes Winterquartier hat. Bei günstigen Windverhältnissen kommt es zu einem starken Zug von Raufußbussarden. Immer wieder überrascht das Kap mit hochnordischen Arten wie Strandpieper oder Polarbirkenzeisig. Am Nachmittag fahren wir in das Moor- Schutzgebiet „Leidisoo“. Die Landschaft aus offenen Dünen, Waldbrandflächen, Mooren und Moorseen läst sich in Mitteleuropa nicht mehr erleben. Hier hoffen wir auf Seidenschwänze, Raubwürger und Steinadler. Auf den Moorseen brüten Singschwäne. Auch balzende Birkhähne sind wieder möglich. Der Abend ist wieder den Eulen vorbehalten. In den letzten Jahren konnten wir regelmäßig den Habichtskauz sehen.

 

Tag 8: Auerhahn und Mittelalter in Tallinn

In der Morgendämmerung suchen wir noch einmal nach balzenden Auerhähnen, die in geringer Zahl in der Növaheide vorkommen. Auch eine kurze Beobachtungsrunde an der Küste ist vorgesehen. Nach dem Frühstück fahren wir nach Tallinn und besichtigen eine der intaktesten mittelalterlichen Städte Europas. Sie hat immer noch das ursprüngliche Straßensystem aus dem 13. Jahrhundert. Die meisten Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert stehen in ihrer ursprünglichen Größe und Form da. Gleichfalls sind alle wichtigen und repräsentativen Regierungsgebäude sowie die Kirchen Tallinns unversehrt. Nach der Stadtführung werden wir zum nahen Flughafen gebracht und treten die Heimreise an.

Termine:
19. April – 26. April 2026

Reisedauer:
8 Tage/ 7 Nächte

Teilnehmerzahl:
6 bis 14 Personen

Preise:
2.655,00 € pro Person im DZ
2.995,00 € pro Person im EZ

weitere Informationen und Buchung:

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